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Sage New Classic / Classic Line: Umsatzsteuersenkung zum 01.07.2020 bzw. Anpassung zum 01.01.2021

Nachstehend erhalten Sie wichtige Informationen zur temporären Umsatzsteuersenkung zum 01.07.2020.
Vorab: bisher gibt es noch keine gesetzlichen Grundlagen, nur eine Vereinbarung der Koalitionsspitzen, es ist also alles noch vorläufig und etwas spekulativ.
 
Grob werden es folgende Punkte:
 
1) neue Steuerschlüssel (SC) 102 (16%) und 003 (5%) ab 01.07.2020
 
2) ggf. neue Erlöskonten anlegen
 
3) Datev-Steuercodes für Übergabe - noch unbekannt
 
4) UStVA-Kennzeichen - noch unbekannt
 
5) Abgrenzungen bei Teillieferungen - noch unbekannt
 
6) wichtig: bisher war immer das Lieferdatum bestimmend für die Umsatzsteuer, nicht das Rechnungsdatum. Hier hoffen wir, dass das auch bei dieser Aktion so gehandhabt wird.
 
Um einen reibungslosen Umstieg zu gewähren, empfehlen wir Ihnen, die Steuerumstellung in der SNC durch uns bzw. einen versierten Spezialisten des Programms durchführen zu lassen. Bitte geben sie uns kurzfristig Bescheid, wenn wir dieses Arbeiten durchführen sollten, damit wir dies rechtzeitig planen können.
 
Einführung
 
Zum 1. Juli 2020 wird der normale Umsatzsteuersatz in Deutschland temporär von 19% auf 16% und der verminderte Steuersatz von 7% auf 5% reduziert. Dies hat zur Folge, dass kaufmännische Programme wie die New Classic in mehreren Bereichen angepasst werden müssen. Hierfür bietet AS Büropartner allen SNC-Anwendern der aktuellen Programmversionen die notwendige Unterstützung in Form des vorliegenden Leitfadens.
Gleichwohl sollte Ihnen bewusst sein, dass der Bereich Umsatzsteuer sowohl in programmtechnischer als auch in steuerrechtlicher Hinsicht ein sehr sensibler Bereich ist. Die vorzunehmenden Änderung sollten also mit großer Sorgfalt und möglichst in Absprache mit Ihrem Steuerberater vorgenommen werden, denn die Verantwortung für die Vollständigkeit und Korrektheit der Anpassungen liegt letztlich beim Steuerpflichtigen bzw. bei seinem Steuerberater.
Zur Steuerberechnung verwendet die New Classic – wie andere Sage-Programme auch – Steuercodes. Jeder Steuercode entspricht einem gültigen Steuersatz und enthält zudem Informationen über zugeordnete Festkonten, über die Berechnungsart („von Hundert“ oder „im Hundert“) und ggf. über die Zuordnung in der Umsatzsteuervoranmeldung. Bei der Erfassung einer Buchung wird nicht der Steuersatz angegeben, sondern der jeweils zugehörige Steuercode.
Die Umsatzsteuerreduzierung kann nun bezüglich der Steuercode-Anlage auf zwei grundsätzlich verschiedene Weisen realisiert werden: Entweder die bisherigen Steuercodes werden auf den neuen Steuersatz umgestellt und für den alten Steuersatz werden neue Steuercodes angelegt (= Variante „Steuercodes beibehalten“) oder die bisherigen Steuercodes bleiben unverändert und für den neuen Steuersatz werden neue Steuercodes angelegt (= Variante „Neue Steuercodes verwenden“). Über Vor- und Nachteile beider Varianten sowie die von Sage favorisierte und empfohlene Variante können Sie sich im nächsten Abschnitt informieren.
Einhergehend mit der Änderung der Steuercodes sind in der New Classic weitere Anpassungen erforderlich: zugehörige Sachkonten anlegen, Steuerklassen anpassen, Festkontenverweise anlegen (jeweils in den Bereichen Umsatzsteuer und Vorsteuer).
Über die eigentliche Umstellung zur Umsatzsteuerreduzierung hinaus sind zur Datenpflege ggf. weitere begleitende Maßnahmen erforderlich, etwa zur Anpassung von Preislisten und kundenspezifischen Preisen. 
 
Varianten zur Umstellung
 
Variante 1: Steuercodes beibehalten
Die bisherigen Steuercodes werden auf den neuen Steuersatz umgestellt und für den alten Steuersatz werden neue Steuercodes angelegt. So wird etwa der Steuercode 101 oder evtl. 001 (je nach bisheriger Einstellung) von 19% auf 16% bzw. Steuercode 002 von 7% auf 5% umgestellt und für die alten Normalsätze 19% und 7% werden neue Steuercodes angelegt.
In den umgestellten Steuercodes wird vermerkt, ab wann der neue Steuersatz gültig ist.
 
Vorteil
 
• Der Anwender kann weiterhin die gewohnten Steuercodes verwenden.
Nachteil
 
Dateiintern wird ein Steuercode gespeichert, dessen Zuordnung zu einem Prozentsatz nicht eindeutig ist.
Eine Umstellung des Steuercodes kann erst zum 1.Juli 2020 erfolgen.
Bei der Umstellung ggf. noch nicht übergebene Buchungen aus Kassenbuch, Stapelerfassung, Wiederkehrenden Buchungen, Girostar und Bankbelegerfassung müssen manuell nachbearbeitet werden.
 
Variante 2: Neue Steuercodes verwenden
 
Die bisherigen Steuercodes bleiben unverändert und für den neuen Steuersatz werden neue Steuercodes angelegt. So bleibt etwa der Steuercode 101 (19%) und 002 (7%) unverändert bestehen. Für den neuen Normalsatz 16% wird der Steuercode 102 bzw. 103 (19% ab 01.01.2021) und reduzierten Satz 5% wird der Steuercode 003 bzw. 004 (7% ab 01.01.2021) neu angelegt.
In den neuen Steuercodes wird vermerkt, ab wann der zugehörige Steuersatz gültig ist und welcher Steuercode für Geschäftsvorfälle vor diesem Gültigkeitsdatum verwendet werden soll.
 
Vorteil
 
• Die Stammdaten (Steuercodes usw.) können schon vor dem 1. Juli 2020 umgestellt werden.
 
Nachteil
 
• Bei Rahmenverträgen muss der neue Steuercode manuell hinterlegt werden.
 
Empfehlungen
 
Die Umstellung der Steuercodes sollte nach unserer Überlegungen mit der Variante 2 („Neue Steuercodes verwenden“) erfolgen. Die in den Darstellungen des nachfolgenden Abschnitts „Erweiterung des Kontenplans“ angegebenen Kontonummern und Zuordnungen stellen den von Sage für die Umstellung beispielhaft entwickelten Umstellungsfahrplan dar.
Der Bereich Umsatzsteuer ist sowohl in programmtechnischer als auch in steuerrechtlicher Hinsicht ein sehr sensibler Bereich. Die vorzunehmenden Änderungen sollten also mit großer Sorgfalt und möglichst in Absprache mit Ihrem Steuerberater vorgenommen werden, denn die Verantwortung für die Vollständigkeit und Korrektheit der Anpassungen liegt letztlich beim Steuerpflichtigen bzw. bei seinem Steuerberater.
 
Erweiterung des Kontenplans
 
Kontenplan Sachkonten
Der Sachkontenstamm in der New Classic ist finanzjahresabhängig. Entspricht das Finanzjahr nicht dem Kalenderjahr, liegt ein abweichendes Wirtschaftsjahr vor.
Die Kontenänderungen in allen Standardkontenrahmen und in den Standardkontenrahmen SKR03/ SKR04 sind kalenderjahresbezogen und beziehen sich auf das Kalenderjahr 2020.
Die Umsatzsteuerreduzierung zum 01.01.2020 erfordert die Überarbeitung des unternehmensspezifischen Kontenplans. Die in den Tabellen der nachfolgenden Abschnitte angegebenen Kontonummern und Zuordnungen haben die im vorigen Abschnit vorgestellte Variante 2 (Neue Steuercodes verwenden) zur Grundlage.
 
Manuelle Umstellung
 
Vor der Umstellung
 
Nur Variante 1: Zum Zeitpunkt der Umstellung muß das RA-/ WE-Buch gedruckt und übergeben sein.
Nur Variante 1: Die Buchungen des Kassenbuches, der Stapelerfassung
 
(incl. erweiterte Stapelerfassung), der Wiederkehrenden Buchungen, des Girostars und der Bankbelegerfassung müssen übergeben werden. Werden sie nicht übergeben, müssen diese Buchungen manuell nachbearbeitet werden.
 
Umstellung
 
•  Legen Sie die benötigten Steuercodes an. Erstellen Sie dazu eine Liste der im Mandant verwendeten Steuercodes mit dem Steuersatz 16%. Die Liste kann über ausgegeben werden.
 
Variante 1: Über wird der vorhandene Steuercode auf einen neuen Steuercode verschoben.
 
Steuercode verschieben auf
Soll der unter markierte Steuercode – etwa anlässlich einer Steuererhöhung – geändert werden, so können dessen bestehende alte Daten zuvor über in der Multifunktionsleiste in einen eigens dafür anzulegenden freien Steuercode verschoben werden. Der bisherige Steuercode steht dann für den geänderten Steuersatz zur Verfügung. Darin ist bereits in den Einzelheiten der neue Steuercode als „Vorheriger Steuercode“ und das „Datum der Einführung“ vermerkt.
Nach Aufruf von erscheint folgender Dialog, in dem Sie den Steuercode und das Sortierkennzeichen des neu anzulegenden, aber die alten Daten enthaltenden Steuercodes festlegen.
 
 
Die UStVA Kennzeichen in der Steuertabelle müssen nachbearbeitet werden. Verschieben Sie alle Steuercodes mit dem Steuersatz 19%, die in Ihrem Mandanten benötigt werden. Anschließend tragen Sie bei den alten Steuercodes den Steuersatz 16%, das Gültigkeitsdatum, die USt.-Konten und die Festkonten ein.
 
Variante 2: Über wird der vorhandene Steuercode auf den nächsten freien Steuercode in der Steuertabelle kopiert. (Diese Funktion wird nicht in allen Classic-Line-Versionen unterstützt. In den Versionen legen Sie den Steuercode bitte manuell an.)
 
Beispiel
Steuercode 101 kopieren auf Steuercode 102. Der Steuercode wird mit allen Angaben komplett dupliziert. Bei dem neuen Steuercode 102 können jetzt der neue Steuersatz, die USt.-Konten und die Festkonten eingetragen werden.
Die UStVA Kennzeichen in der Steuertabelle müssen nachbearbeitet werden. Kopieren Sie alle Steuercodes mit dem Steuersatz 19%, die in Ihrem Mandanten benötigt werden. Anschließend tragen Sie bei den neuen Steuercodes den Steuersatz 16%, das Gültigkeitsdatum, die USt.-Konten und die Festkonten ein.
 
o Ändern Sie die Zuordnung der Steuercodes in den Steuerklassen.
Variante 1: keine Änderung erforderlich
Variante 2: Ordnen Sie die neuen Steuercodes den Steuerklassen zu
o Legen Sie Sachkonten gemäß den Eintragungen in der Steuertabelle an.
o Legen Sie Festkontenverweise in der Steuertabelle an. Führen Sie anschließend eine Festkontenprüfung für alle Kontenbereiche durch und beheben sie eventuelle Fehler.
o Ändern Sie am Stichtag 01.07.2020 die Bruttopreise mihilfe der Kalkulation (rufen Sie hierfür auf).
o Ändern Sie Ihre Mehrfachvorgänge mittels . (Dieses Feature ist in der alten Classic Line Version 2.0 nicht vorhanden.)
o Im Vertreterstamm müssen die Steuercodes für Handelsvertreter passend zur Steuerperiode geändert werden.
o Bei Rahmenverträgen muss ggf. der Bruttopreis an den neuen Steuersatz angepasst werden. (Dieses Feature ist in der alten Classic Line Version 2.0 nicht vorhanden.)
o Nur Variante 2: Bei Rahmenverträgen muss der neue Steuercode hinterlegt werden.
 
Nach der Umstellung
 
Bei Stornorechnungen und Gutschriften, die sich auf Belege vor der Umstellung beziehen, erhalten Sie programmseitig die Aufforderung, die verwendeten Steuercodes zu überprüfen und ggf. anzupassen.
Nur Variante 2: Bei allen Vorgängen (außer Stornos und Gutschriften), die ab dem 01.07.2020 auf bereits bestehende Vorgänge (mit Datum vor dem 01.07.2020) zurückgreifen und erfasst werden, ist manuell der Steuercode auf 16% zu ändern (z. B. über die entsprechende Funktion im Optionenmenü der Positionserfassung).
 
 
Stand 22.06.2020
AS Büropartner GmbH

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